Planxty
Komponist: Turlough O’Carolan
Planxty Reilly
Auch bekannt als:
Molly Carew, Plangstigh Raighle, Planxty Dobbins, The Wandering Bard
Die Melodie wird dem irischen Harfner Turlough O’Carolan (1670–1738) zugeschrieben. Donal O’Sullivan konnte jedoch in seinem maßgeblichen Werk über den Barden aus dem Jahr 1958 keinen unanfechtbaren Beleg für diese Herkunft finden. Das Stück wurde erstmals um 1724 von den Neales in Dublin unter dem Titel „Mr. John Reilly“ veröffentlicht.
Grainne Yeats vertrat jedoch in „Lost Chords“, erschienen in „Ceol“ VII/1&2 im Dezember 1984, Seiten 14–19, die Auffassung, dass es sich bei diesem Buch tatsächlich um die Ausgabe handelt, die Carolans Sohn John Carolan gemeinsam mit Dennis Connor 1748 in Dublin veröffentlichte. Frühere Forscher, darunter Donal O’Sullivan, wussten dies nicht und hielten das Buch deshalb für eine frühere Veröffentlichung von Neale.
O’Sullivan kam 1958 zu dem Schluss, dass das Lied für John O’Reilly aus Oristown, irisch Baile Órtha, in der Grafschaft Meath nahe Kells komponiert wurde. O’Reilly starb vor 1742. O’Sullivans wichtigste Quelle war die Musikhandschriftensammlung des anglikanischen Geistlichen und Uilleann-Pipers James Goodman, der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Grafschaft Cork und in Munster sammelte.
O’Sullivan weist darauf hin, dass die letzten beiden Teile der Melodie, die in keiner der früheren Fassungen vorkommen, möglicherweise von einem Piper oder Fiddler hinzugefügt wurden.
Buntings Fassung der Melodie wurde von Thomas Moore für dessen *Irish Melodies* bearbeitet und für das Lied „The Wandering Bard“ verwendet. In Lovers Bearbeitung ist sie außerdem unter dem Titel „Molly Carew“ bekannt.
In der Zeitschrift „Belfast Northern Star“ vom 15. Juli 1792 wurde berichtet, dass das Stück bei einem Wettbewerb von einem der zehn irischen Harfenmeister gespielt worden war, die an der letzten großen Zusammenkunft der alten irischen Harfner teilnahmen. Dabei handelte es sich um das Belfast Harp Festival, das in jener Woche stattfand.
Arthur O’Neill (1734–1818), ein blinder Harfner, der beim Belfast Harp Festival auftrat und zu den letzten alten Wandersharfnern gehörte, erwähnt die Melodie in seinen Erinnerungen. In den handschriftlichen Anmerkungen zu Buntings Ausgabe von 1809 wird er als Buntings Quelle genannt.
Als junger Mann bereiste Arthur O’Neill Irland mehrfach und berichtete von Begegnungen mit anderen berühmten Harfnern:
Ich traf meine Namensvetterin Peggy O’Neill. Als ich ihr begegnete, war sie bereits über das gebärfähige Alter hinaus. Sie spielte recht ordentlich Harfe. Wenn der Ruhm nicht über sie lügt, hieß es, sie habe eine ungewöhnlich große Vorliebe dafür gehabt, sämtliche Planxtys von Carolan zu spielen, etwa „Planxty Connor“, „Planxty Reilly“ und ungefähr achtundzwanzig weitere Planxtys, die die arme Peggy auf ihrem Instrument stets in Ces vertonte.
Francis O’Neill sammelte die Melodie 1903 unter dem Titel „Planxty Dobbins“. Er erhielt sie aus dem Spiel des Chicagoer Fiddlers John McFadden, der sie seinerseits vom Uilleann-Piper David Quinn gelernt hatte. O’Neill druckte die Melodie in seinem Werk *Music of Ireland* jedoch zweimal ab: einmal als „Planxty Reilly“ und einmal unter dem irrtümlichen Titel „Dobbins“.
Die Melodie erscheint außerdem in der umfangreichen Musikhandschriftensammlung des Geistlichen und Uilleann-Pipers Canon James Goodman aus der Grafschaft Cork, die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand, ebenfalls unter dem Titel „Planxty Reilly“.
Unter demselben Titel findet sie sich in Buch 3 der um 1883 entstandenen Musikhandschriftensammlung des Musikers und Pipers Stephen Grier aus der Grafschaft Leitrim. Als „Planksty O’Reilly“ erscheint sie darüber hinaus im Fiddle-Manuskript von Patrick O’Farrell aus Ballinamuck in der Grafschaft Longford, das um 1870 entstand.
Quellen:
- Bunting, „Ancient Music of Ireland“, 1796, Nr. 46, S. 25.
- Bunting, „A General Collection of the Ancient Music of Ireland“, 1809, S. 19.
- „Complete Collection of Carolan’s Irish Tunes“, 1984, Nr. 140, S. 98–99.
- Herausgeber unbekannt, möglicherweise John Carolan und Dennis Connor, „Compositions of Carolan“, um 1748, Nr. 9–10, S. 4–5; nachgedruckt in Fleischmann, „Sources of Irish Traditional Music c1600–1855“, 1998, Nr. 900.
- P. M. Haverty, „One Hundred Irish Airs“, Band 3, 1859, Nr. 212, S. 102.
- O’Neill, herausgegeben von Krassen, 1976, S. 236.
- O’Neill, „Music of Ireland: 1850 Melodies“, 1903, Nr. 665, S. 120.
- O’Sullivan, „Carolan: The Life, Times and Music of an Irish Harper“, 1958, Nr. 140.
Tonträgerquelle:
- Shanachie 79013, Derek Bell, *Carolan’s Receipt* (1987).
Setting 1
O’Neill’s Music Of Ireland – Over 1,000 Fiddle Tunes (1976), S. 236
Setting 2
General Collection of the Ancient Irish Music (Vol. 1) (1797), S. 25, № 46